Storytelling

"Storytelling" – Die macht der guten Geschichten

Unternehmensberater Birtel spricht über „Storytelling“

Der Marketing Club Weser Ems e.V. hat wieder zu einem Vortrag geladen. Und so konnte Präsident Helmut Loerts-Sabin im neugestalteten Medienraum der Nordwest-Zeitung rund 60 Gäste begrüßen, die dem Geschichtenerzähler und Strategischen Berater Kim Birtel aus Hamburg zuhören wollten. Birtel hat sich auf das "Storytelling" spezialisiert, also auf das Erzählen von Geschichten. Warum tut er das und wer braucht diese? Laut Birtel schwächeln viele Marken- und das aus gutem Grund: Die Handelsmarken sind im Vormarsch, aktuell 37% im Supermarkt oder Discounter. Immer weniger Verbraucher sind bereit, für Marken mehr Geld zu bezahlen- ein Armutszeugnis für die Markenführer, so Birtel. Dabei sei es relativ einfach, eine Marke so emotional aufzuladen, dass sie für den Konsumenten wieder interessant sei. Und dafür braucht man eine gute Geschichte. Diese sollte folgende Inhalte haben: einen Helden, ein Konflikt, die Lösung und ein Happy End. Damit sei es nicht schwer, in die Marke wieder mehr Sinnlichkeit, mehr Sinn und mehr Aura hinein zu bringen. Dadurch könnte der Verbraucher wieder einen Sinn darin sehen, ein Markenprodukt zu kaufen. Doch wie kommt man zu einer guten Geschichte?

Birtel betont, dass er niemals eine Geschichte erfindet, sondern sie liegt praktisch im Unternehmen. So lässt er sich diejenigen Mitarbeiter nennen, die schon sehr lange in der Firma sind, und unterhält sich mit ihnen- ohne den Firmenchef. Das Bemerkenswerte: jedes Unternehmen, jede Marke hat etwas zu erzählen- auch aus der Historie. Birtel entdeckt Geschichten neu, die eigentlich schon da sind. Und die werden umgesetzt: In neue Anzeigenkampagnen, in der PR, in der Markenführung. Wenn dann die "neue" Geschichte in der jeweiligen Firma präsentiert wird, schmunzelt Birtel, sind die Führungskräfte dabei und wundern sich darüber, was alles über die Marke oder das Produkt erzählt werden kann. Als Beispiel für eine gelungene "Geschichte" nannte er einen Snowboardfabrikanten aus den USA, der über seinen Sport sowohl die Firma gegründet als auch seine spätere Frau kennengelernt hat- und seine Kunden aufforderte, ihm ihre Geschichten rund um den Wintersport zu erzählen. Das verbindet Unternehmen und Kunden miteinander, man bildet eine "Community".