Marketing der Zukunft

Mit mutigem Marketing in die Zukunft

Vielfältige Ansätze in regionalen Firmen – Impulse von Marketingclub und Arbeitgeberverband

Oldenburg Für die Unternehmen im Nordwesten ist das Marketing angesichts der laufenden technologischen Umbrüche eine große Herausforderung, die mit professioneller externer Unterstützung bewältigt werden sollte. Zugleich sind viele Firmen weiter mit mutigen Werbe-Ideen „aus dem Bauch heraus" erfolgreich. Das zeigte sich bei einem „Marketing-Forum" in Oldenburg, das gemeinsam von Marketingclub Weser-Ems und Arbeitgeberverband Oldenburg (AGV) veranstaltet wurde. Die Resonanz sei „hervorragend", resümierte der beim AGV zuständige Geschäftsführer Dirk Heitkötter.

AGV-Hauptgeschäftsführer Jürgen Lehmann und der Präsident des Marketingclubs Weser-Ems, Helmut Loerts-Sabin, riefen die Firmen und die Region dazu auf, mehr „von sich reden zu machen". Es gebe Nachholbedarf.

Der Hamburger Professor für digitales Marketing, Ralf Strauss (Präsident des Deutschen Marketingverbandes), riet den rund 80 Unternehmern und Führungskräften, bei der notwendigen Neuausrichtung des Marketings auf neue Techniken und Verhaltensmuster von Kunden „nicht alles selbst zu machen". Viele Unternehmen wüssten nicht genau, wie man am besten zugleich das bestehende Geschäft weiterführe und zugleich Veränderungen einleite. Es mangele an Orientierung und Umsetzungs-Wissen. „Viel Geld" werde verbrannt.

Erfolgreiche Firmen zeichneten sich durch eine eigenständige Digitalstrategie, eine Strategie als „gelebten Prozess" mit Herzblut, sowie ein Höchstmaß an dezentralen Handlungsbefugnissen aus. Probleme seien oft nur fachbereichsübergreifend zu lösen, in der aktuellen Digital-Ära etwa von Marketing und Informationstechnik. Generell riet Strauss beim Marketing der Zukunft anfangs zu „kleinen Pilotprojekten" statt zum großen Wurf.

Beim Forum stellten mehrere Unternehmen der Region ihre Erfolgsrezepte bei der Marktbearbeitung vor.

Bünting E-Commerce (Oldenburg) hat als ein Pionier im Lebensmittel-Onlinegeschäft 2012 mit „mytime.de" das ganze Bundesgebiet als Markt ins Visier genommen, wie Geschäftsführer Joosten Brüggemann erläuterte. Kunden spreche man auch emotional an: „Mehr Zeit für das Wesentliche", sei eines der Argumente für den Nahrungskauf im Internet.

Die Rügenwalder Mühle (Bad Zwischenahn) hat ihre Erfolgsgeschichte im Wurstmarkt mit maximalem Bekanntheitsgrad auch mit vielen Entscheidungen „aus dem Bauch heraus" gestaltet, erläuterte Marketingleiter Godo Röben. Der aktuelle Ansatz setze auf die eingebundenen Mitarbeiter, auf Transparenz, Information und Sympathie. Seit 1996 sei der Marketing-Etat von 50 000 auf 20 Millionen Euro erhöht worden.

Die Grimme Landmaschinenfabrik (Damme) hat großen Erfolg mit einer speziellen Kundenmesse auf dem Betriebsgelände, wie Marketingleiter Jürgen Feld erläuterte. Im Markt zähle das Prinzip: „Von Angesicht zu Angesicht". Extremes Engagement praktisch aller Mitarbeiter sorge bei der Messe für „hohe Authentizität". Das schätzten die Gäste aus aller Welt.

Beim Friesischen Braushaus zu Jever registriert man gerade mit Motorrad-Entwürfen für die „Jever-Harley" den größten Erfolg einer Kampagne, freute sich Marken-Manager Christian van Freeden. 496 Kreative aus 46 Staaten hätten über eine Online-Plattform mitgestaltet. Die Resonanz sei enorm. In Kürze gehe man auf eine Tour im Einzelhandel.

 

Quelle: Nordwest-Zeitung (NWZ), www.NWZonline.de (Rüdiger zu Klampen)