Marketing Forum

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Marketing mit Bauchgefühl

Grau ist jede Theorie, weshalb Marketingchefs sich auch auf Bauchgefühl, Erfahrung und Intuition verlassen sollten. So der Rat von Godo Röben, Marketingchef der Rügenwalder Mühle in Bad Zwischenahn. Und der muss es wissen, denn das Unternehmen hat im Wurstmarkt eine Erfolgsgeschichte ohne Gleichen hingelegt. Dank eines eingängigen Marketings. Die Botschaft an Unternehmen: Marketing muss durchdacht sein, aber es gilt auch das Prinzip „einfach machen“.

Godo Röben war einer von vier Marketingleitern regionaler Unternehmen, die Ihre Marketingstrategien und Konzepte beim Forum „Marketing der Zukunft“ vorstellten. Rund 250 Unternehmer und Führungskräfte waren der Einladung von Marketing-Club Weser-Ems und Arbeitgeberverband Oldenburg (AGV) zu dieser Veranstaltung in der Oldenburger Kulturetage gefolgt. Es ist das erste gemeinsame Forum des AGV und des Marketing-Clubs Weser-Ems. Das Markting-Forum soll künftig jedes Jahr stattfinden.

AGV- Hauptgeschäftsführer Jürgen Lehmann und der Präsident des Marketing-Clubs Weser-Ems, Helmut Loerts-Sabin, begrüßten die Gäste. Beide wiesen darauf hin, dass der Nordwesten viele erfolgreiche Unternehmen habe und als Region stolz auf diese Leuchttürme sein könne. Allerdings müsse die Region noch mehr auf sich als erfolgreichen Wirtschaftsstandort aufmerksam machen.

Den Impulsvortrag hielt Prof. Dr. Rolf E. Strauß, Präsident des Deutschen Marketing-Verbandes. Seine Empfehlung: Bei der Neuausrichtung des Marketings müssen Unternehmen nicht alles selber machen, sondern sollten Spezialaufgaben an externe Dienstleister vergeben. Gleichzeitig riet er dazu, die unterschiedlichen Abteilungen in den Unternehmen zu vernetzen und gemeinsam an einer Marketingstrategie arbeiten zu lassen. Denn oft mangele es an Orientierung und Umsetzungswissen.

Anschließend stellten vier Unternehmen aus der Region ihre Marketingkonzepte vor:

Mit mytime.de ist die Bünting E-Commerce (Oldenburg) seit 2012 am Markt und somit ein Pionier im Online-Geschäft mit Lebensmitteln. Ausgeliefert wird im ganzen Bundesgebiet. Geschäftsführer Joosten Brüggemann erklärte, dass es vor allem der Faktor Zeit sei, mit dem die Kunden angesprochen werden könnten. Bequem von zu Hause aus könne bestellt und sogar der Lieferzeitpunkt bestimmt werden.

Die Rügenwalder Mühle (Bad Zwischenahn) hat in der Lebensmittelbranche eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben. Von vormals über 400 Artikeln im Sortiment sind nur noch sieben neu entwickelte Produkte übrig geblieben. Rügenwalder hat mittlerweile einen maximalen Bekanntheitsgrad erreicht – auch dank intensiver Fernsehwerbung mit Testimonial Jörg Pilawa. Aktuell setzt das Unternehmen auf die Einbindung der Mitarbeiter in die Werbung: Transparenz und klare Information stehen im Vordergrund.

Die Grimme Landmaschinenfabrik (Damme) hat in ihrer Branche eine ganz eigene Erfolgsgeschichte geschrieben. Von der kleinen Schmiede hin zum globalen Anbieter von Ernte- und Lagerungstechnik rund um die Kartoffel und die Rübe. Wichtig in dieser überschaubaren Branche sei der direkte Kontakt mit den Kunden, so Marketingleiter Jürgen Feld. Deshalb bietet Grimme seinen Kunden alle zwei Jahre eine Kundenmesse an, auf der die Maschinen präsentiert werden und Unternehmen und Kunden „Angesicht zu Angesicht“ kommunizieren können. Marketing zum Anfassen eben.

Das Friesische Brauhaus zu Jever setze in seinem Marketing auf die Beteiligung der Kunden bei der Entwicklung seiner „Jever-Harley“, berichtete Brand-Manager Christian van Freeden. Knapp 500 Kreative aus aller Welt beteiligten sich über eine Online-Plattform an der Entwicklung des Bikes. Für Jever ist diese Werbung eine der erfolgreichsten Kampagnen mit einem deutlich angestiegenen Abverkauf.