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Kommunikation neu denken

Experten diskutieren in Oldenburg Folgen des digitalen Wandels

Es gehe darum, Geschichten zu erzählen, hieß es. Werbung mit einer Nachricht für alle werde immer schwerer.

Der digitale Wandel zwingt alle Branchen zum Umdenken. Auch Marketing-Manager müssen neue, kreative Wege gehen, um sich in dieser rasant wandelnden Welt behaupten zu können. Das wurde am Montag beim 3. Marketing-Forum Weser-Ems, veranstaltet vom Arbeitgeberverband (AGV) Oldenburg und dem Marketing-Club Weser-Ems, in der Oldenburger Kulturetage deutlich.

Für Prof. Dr. Christoph Moss ist „Marketing mit Inhalten“ der Schüssel in der neuen Kommunikationswelt. „Es geht darum, vom Thema aus zu denken, nicht von den Kanälen“, betonte der Leiter des Mediainstituts für Marketing und Kommunikationsforschung (Iserlohn) in seinem Vortrag „Es geht darum, Geschichten zu erzählen.“

Und dabei komme es gar nicht auf die Größe an, so Moss. Das Internet sei eine riesige Chance gerade auch für kleine Unternehmen, um auf sich aufmerksam zu machen. „Es geht nicht um Größe, sondern um Pfiffigkeit“, sagte der Marketingexperte.

Dazu sei es aber auch notwendig, Kommunikation neu zu denken. Moss warb dabei für das „Newsroom“-Prinzip. Gab es bislang in Unternehmen eigene Bereiche für Marketing, für Kommunikation für Online, so sei es künftig sinnvoll, dass diese für einen einheitlichen Auftritt aus einer Einheit gesteuert würden, erläuterte er.

Thomas Ludwig, Kommunikationsmanager bei der Rügenwalder Mühle (Bad Zwischenahn), zeigte auf, wie sich der traditionsreiche Wursthersteller binnen weniger Jahre grundlegend gewandelt hat. Rügenwalder machte aus der Wurst eine Marke, veränderte das Sortiment, bis hin zu vegetarischen Produkten, und stellte sich auch in der Kommunikation völlig neu auf.

Prägten früher heimelige Welt, TV-Werbung und Kommunikation in eine Richtung das Bild von Rügenwalder, so gehe es heute vor allem um Authentizität und Transparenz, finde Kommunikation auf vielen verschiedenen Kanälen und im Dialog mit Kunden statt. „Werbung mit einer Nachricht für alle wird es immer schwerer haben“, meinte Ludwig. „Inhalte sollten auf die Zielgruppe und das Umfeld angepasst werden.“

Pia van de Lageweg, Verkaufsleiterin Online und Crossmedia bei der NWZ  -Mediengruppe, erläuterte, wie sich der klassische Verlag aus Oldenburg hin zu einer breit aufgestellten Mediengruppe mit einer Vielzahl von Online-Angeboten gewandelt hat. Heute biete man Kunden etwa mobil optimierte Websites an, unterstütze sie als zertifizierter Google-Partner bei zielgerichteter Online-Werbung oder sorge für optimale Auffindbarkeit bei lokalen Suchanfragen. „Schon mit kleinen Budget lassen sich hier Erfolge erzielen“, sagte sie.

Die Mediengruppe selbst könne dabei Stärken, die sie schon in der Vergangenheit ausgezeichnet hätte, auch in der neuen digitalen Welt ausspielen. „Wir können etwa gut lokale Reichweite generieren“, sagte van de Lageweg.