Aktuelles 2019

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Marketingforum Weser-Ems in Oldenburg

Per Influencer und Film zum Kunden

Die Instrumente, um potenzielle Käufer zu gewinnen, wandeln sich schnell. Das wurde bei dem gemeinsamen Forum von Arbeitgeberverband und Marketingclub deutlich. Was hat die Region auf dem Gebiet zu bieten?

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Kommunikationsansätze, mit denen man etwas „gut verkaufen“ kann, ständig und dramatisch verändert. Das wurde am Montagabend beim „Marketing-Forum Weser-Ems“ in der Oldenburger Kulturetage deutlich. Jürgen Lehmann, Hauptgeschäftsführer beim Arbeitgeberverband (AGV) Oldenburg, zählte auf: Da war einmal der Buchdruck, mit dem erstmals etwas massenhaft verbreitet werden konnte, dann kamen erste Visitenkarten, frühe Magazine und erste Zeitungsanzeigen, die Telegrafentechnik, Reklametafeln und schließlich im 20. Jahrhundert Radiosender, die Fernsehwerbung und seit den 90er Jahren das Internet mit Suchmaschinen und schließlich die „Sozialen Medien“.

Ganz vorn dabei auf dem aktuellen Weg zum Kunden sind heutzutage das Marketing über kundenrelevante Inhalte („Content Marketing“) und kleine Filme. Auch in Oldenburg gibt es dazu viel Expertise, wie bei dem Forum, das vom AGV gemeinsam mit dem Marketingclub Weser-Ems veranstaltet wurde, deutlich wurde. „Content-Marketing“, das sei ein „sehr spannendes Thema“, meinte Club-Präsident Helmut Loerts-Sabin mit Blick auf aktuelle Entwicklungen. Das Forum – mittlerweile die sechste Auflage – solle erneut auch Beispiele „aus der Praxis für die Praxis“ vorstellen.

Da gäbe es eine „wahnsinnige Entwicklung“ meinte Moderatorin Katharina Guleikoff (Bremen): Dies gelte sowohl für die Technik als auch die Organisation und vor allem den Inhalte. „Die Bedingungen ändern sich permanent.“

Beispiel Content-Marketing: Man müsse im Marketing umdenken – und sich mit der Frage befassen, „was die Leute interessiert“, riet Dirk Beckmann, geschäftsführender Gesellschafter der Agentur „artundweise“ aus Bremen. Dazu könne man zum Beispiel systematisch jene Daten nutzen, die die Menschen von sich preisgeben. Der gezielt zu produzierende Medieninhalt (Content) von Botschaften vermittle dann quasi zwischen den Interessen des Unternehmens und dem Interesse des Mediennutzers. Damit ließen sich Marketing, Vertrieb und Identitätsbildung eindeutig verbessern. Konkret riet Beckmann etwa zu einem „digitalen Magazin“ mit guten Geschichten auf der Firmen-Internetseite: Relevant, inspirierend, sachlich solle das sein, und optimal (über Schlüsselbegriffe) zu finden in der Welt von Google.

Um ihre Präsenz zu verbessern kaufen sich manche Unternehmen heute auch bei „Influencern“ (Beeinflussern) ein, wie bei dem Marketing-Forum deutlich wurde. Das sind Meinungsführer, die im Netz (z.B. Instagram, Youtube) zu bestimmten Themen besonders viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen – was an „Followern“ oder Klickzahlen ablesbar ist. Nehmen Sie mit ihren Empfehlungen Einfluss zugunsten von bestimmten Firmen, die ihnen Anreize („Incentives“, z.B. Geld ) dafür bieten, dann geht es um „Influencer Marketing“.

Dieser Trend gehe mittlerweile „über einen Hype hinaus“, konstatierte Gerrit Sundermann, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Oldenburg. Allerdings sei viel „unprofessioneller Aktionismus“ spürbar. Er zeigte dazu ein Beispiel mit Wurstwerbung in der Badewanne.

Wähle man den Weg mit Influencern, solle man klare Ziele definieren, den Partner systematisch auswählen udn individuell ansprechen (passt er zur Zielgruppe?) und Anreize und Pflichten festlegen. Im Detail blieben noch viele offene Fragen, gerade bei Qualität und Wirkung/Erfolg, sagte Sundermann, der zu dem Thema seine Doktorarbeit verfasst.

Zum Megatrend im Marketing-Mix gehören schon seit Längerem Filme dazu, wie auch der Veranstaltung von Arbeitgeberverband und Marketingclub wieder deutlich wurde. Und: Oldenburger Kreative mischen mit!

Der aus Friedrichsfehn stammende Henning Klimczak, in Hamburg mit der Design-Agentur Sherpa erfolgreich, unterhielt die rund 160 Gäste beim Marketing-Forum bestens mit der Vorstellung eines Image-Films zum Thema Kleidung (hier: „Work Wear“) von Dickies. Das Projekt endete mit einer glamourösen Luxus-Toilette. Am Anfang müsse die Frage stehen: „Wie kann man den Kunden weiter voranbringen?“. Dann gehe es um Mut bei Idee und Umsetzung – auch mit Tests zur ständigen Verbesserung.

Hohes Niveau bei der Filmproduktion präsentierte auch Amon Thein von der Schwarzseher GmbH in Oldenburg. Alles dreht sich dort um „Bewegtbild-Marketing“, oder „wie wir für Kunden Wirkung erzielen“. Er plädierte für klare Zieldefinitionen – und eine Festlegung dazu, wie man später den Erfolg messen will. Bei der eigentlichen inhaltlichen Arbeit nehme man idealerweise die Perspektive des späteren Nutzers ein. Im besten Fall kenne man seine Bedürfnisse. Starker Beifall brandete für Thein für seinen Oldenburger Imagefilm (Zielgruppe: auswärtige Fachkräfte) auf. Manchem Gast kamen fast Tränen vor Rührung. So schön ist Oldenburg!